Wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass wir den Klassiker Night of the Galactic Railroad nach Deutschland holen.

Der Film wird wird bereits am Sonntag als Vorabpremiere auf dem Natsumatsuri – Sommerfest des Japanischen Kulturinstituts gezeigt werden. Auf DVD und Blu-ray planen wir eine Veröffentlichung im Herbst 2017.

  • Eine phantastische Reise in magischen Bildern im Stil von Studio Ghibli
  • Aus der Feder von Kenji Miyazawa, dem größten Märchenerzähler Japans
  • Ein Meilenstein der Anime-Geschichte, der von „Galaxy Express 999“ über „Giovanni´s Island“ zahllose andere Manga und Anime inspirierte
  • „Einer der besten Animes aller Zeiten, basierend auf einem der besten Bücher aller Zeiten“
  • Ausgezeichnet mit dem Noburō Ōfuji Award (大藤信郎賞) des Mainichi Film Concours
  • Nominiert als Bester Animationsfilm (Sitges Film Festival 2012)

Night on the Galactic Railroad

Der junge Giovanni lebt allein mit seiner Mutter. Als diese krank wird und er sich um sie kümmern muss – nach der Schule geht er arbeiten, um sie zu unterstützen – hat er keine Zeit mehr für anderes. Schnell wird er zum Außenseiter in seiner Klasse, wird gehänselt und gemobbt. Einzig sein Sandkastenfreund Campanella hält noch zu ihm. Am Abend des Milchstraßenfests finden sich die beiden Jungen plötzlich an Bord der galaktischen Eisenbahn wieder – und eine phantastische Reise durch den Nachthimmel beginnt. Die Freunde sehen erstaunliche Dinge und treffen faszinierende Menschen, groß und klein, alt und jung – doch sie ahnen nicht, wohin diese Reise wirklich führen wird, und was der wahre Grund dafür ist, dass ausgerechnet sie beide mit an Bord sind …

Kenji Miyazawa (1896 – 1933) ist einer der beliebtesten Dichter und Schriftsteller Japans, der unter anderem für seine phantastischen Kinder- und Jugendbücher bekannt ist – “eine Mischung aus Saint Exupery, Sendak und Tolkien”. „Ginga Tetsudo no Yoru“ („Night on the Galactic Railroad“, ca. 1927) gilt als ein Meisterwerk des transzendenten Realismus – eine phantastische Geschichte (nicht nur) für Kinder, die viel von Miyazawas persönlichen und spirituellen Überzeugungen in Worte fasst. Wie Saint Exuperys berühmter „Kleiner Prinz“ befasst sich das Buch in märchenhaften Bildern mit tiefgründigen Themen – die Frage nach dem wahren Glück und dem Sinn des Lebens wird ebenso thematisiert wie Abschied und Tod – und vermittelt dabei eine positive Botschaft voll Hoffnung und Liebe zum Leben.

Night on the Galactic Railroad

Gisaburo Sugiis Verfilmung aus dem Jahr 1985 ist ein hoch gelobter Klassiker, der die Vorlage liebevoll und ihrer Intention getreu umsetzt. Die surreal-märchenhafte Atmosphäre wird unterstrichen durch das ikonische Charakterdesign von Hiroshi Masumura und die Musik des legendären Haruomi Hosono, Mitgründer des „Yellow Magic Orchestra“.

Buch und Film haben ihre Spuren in unzähligen anderen Manga, Anime und Werke der japanischen Popkultur hinterlassen.

Das Charakterdesign: Warum Katzen?

Durch den Erfolg der Anime-Adaption von „Night on the Galactic Railroad“ verbindet man den Namen Kenji Miyazawas mit anthropomorphen Katzen. Dieses Charakterdesign wurde auch für zwei spätere Miyazawa-Anime, „Ihatov Gensou: Kenji no Haru“ (Ihatov Fantasie: Kenjis Frühling, 1996) und „Das Leben des Budori Gusko“ (2012) wieder aufgegriffen.
Eingeführt wurde es jedoch von dem Zeichner Hiroshi Masumura, der auch in seinen eigenen Werken („Atagoul“) mit Katzenfiguren arbeitet. Bei der Arbeit an „Night on the Galactic Railroad“ stellte Regisseur Gisaburo Sugii fest, dass die ursprünglichen menschlichen Charakterdesigns nicht das herüberbrachten, was er sich davon erhoffte. Die tiefgründige Geschichte sollte mehr sein als das Abenteuer einer spezifischen Person, universeller. Als er dann auf Masumuras Manga-Adaptionen einiger Werke Miyazawas stieß, holte er ihn ins Boot. Der Rest ist Anime-Geschichte.

Night on the Galactic Railroad

 

Das nicht menschliche Charakterdesign der beiden Protagonisten – das mit dem menschlichen Charakterdesign der später auftauchenden Charaktere Kaoru und Tadashi kontrastiert – verstärkt die surreal-märchenhafte, introspektive Atmosphäre der Erzählung und erlaubt es dem Zuschauer, sich jenseits von Äußerlichkeiten auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aus diesem Grund wurde das Design auch für „Das Leben des Budori Gusko“ verwendet, eine weitere Adaption eines Werkes von Miyazawa, die schon in den 80er Jahren als Nachfolgeprojekt geplant war, jedoch erst ein Vierteljahrhundert später realisiert werden konnte. Wer beide Filme kennt, wird nicht nur Parallelen in der Botschaft erkennen – viele Charaktere aus „Galactic Railroad“ tauchen in „Budori“ in leicht abgewandelter Gestalt, sozusagen in Gastrollen, wieder auf.

Die Zwischentitel: Esperanto

Kenji Miyazawa war fasziniert von Esperanto, einer im ausgehenden 19.Jahrhundert künstlich erschaffenen „Weltsprache“, die auf Elementen der romanischen, germanischen und slavischen Sprachfamilien basiert. Er übersetzte selbst einige seiner Werke in die Kunstsprache; diese wurden später posthum veröffentlicht. Als Tribut an Miyazawas Begeisterung für Esperanto sind die geschriebenen Texte und Zwischentitel in den Filmen „Night on the Galactic Railroad“ und „Das Lebend es Budori Gusko“ in dieser Sprache gehalten.

Esperanto ist auch eine mögliche Wurzel für „Ihatov“, den Namen für die auf Kenjis Heimatprovinz Iwate basierende Region, in der viele seiner Geschichten spielen.

Bilder: © Asahi Shinbu-sha/TV Asahi/Kadokawa Pictures

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